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von domäne schickelsheim

und landwerk

  • AutorenbildVolker Peschel

FLORIAN HARY | Dehoga-Präsident: "Nur mit Gastronomie leben Niedersachsens Innenstädte."

Er ist meinungsstarker Frühaufsteher. Hochengagiert mit ansteckend positivem Mindset. Und wenn es um seine Branche geht, immer unter Strom. Als frisch gewählter DEHOGA-Chef spricht Florian Hary (39) für die Hoteliers und Gastronomen Niedersachsens. Seine Basis hat der umtriebige Hotel- und Restaurantbetreiber bei uns in Helmstedt.



SEINE DREI KERNAUSSAGEN IM LANDBLOG-INTERVIEW:

  1. Ich kann Unfreundlichkeit nicht ausstehen.

  2. Wir werden 2024 weniger Fleisch essen.

  3. Nur durch Gastronomie leben Niedersachsens Innenstädte.

DAS IST FLORIAN HARY:


 


Interview #01 | Florian Oswald Hary

Sprechen wir über den ländlichen Raum.

Der LANDBLOG von Domäne Schickelsheim und Landwerk.

 

10 LANDBLOG-Ruckzuck-Fragen zum Auftakt!

1. Wann stehst Du auf? "Zwischen 5.30 und 6 Uhr."
2. Was siehst Du aus dem Bürofenster? "Garten."
3. Deine beste Charaktereigenschaft? "Verbissenheit."
4. Was wird gut dieses Jahr? "Jedes Jahr wird gut - man muss es nur ,zu nehmen' wissen."
5. Ein Adjektiv für den ländlichen Raum? "Inspirierend."
6. Dein Lieblingsgericht in der Kindheit? "Kaiserschmarrn."
7. Wo gab's das beste Essen Deines Lebens? "Ich habe auf Reisen oft beste Essen in ländertypischer Weise gegessen."
8. Welches Buch lohnt sich gerade? "Julia Haart - Un-verhüllt."
9. Worauf kannst Du verzichten? "Auf unfreundliche Menschen, die persönlichen Frust auf andere abladen."
10. Urlaub regional oder international? "Es ist spannend die Heimat und neue Kulturen kennen zu lernen."

 

LANDBLOG: Was ist das erste Thema, das Du als neuer Dehoga-Chef in Niedersachsen anpacken wirst?

Hary: "Wir müssen es schaffen, mehr Leute für den Verband und dessen Arbeit zu begeistern - und damit die Wahrnehmung der Gastrobranche in der Öffentlichkeit steigern. Tatsächlich ein simples Thema, welches aber viele Vereine und Zusammenschlüsse betrifft."

 

LANDBLOG: Die Mehrwertsteuer in der Gastronomie ist von 7 wieder auf 19 Prozent - Du forderst eine Rückkehr. Doch viele Branchen kämpfen um Unterstützung, warum sollte für die Gastronomie weiterhin eine geringere Steuer gelten?

Hary: "Das ist ganz einfach, weil Gastronomien der dritte Ort sind, der Ort der Begegnung, der Ort der Freundschaft und der Ort der Familie. FÜR UNS ALLE. Gastronomien sind auch die Orte, die Städte und Ausflugsorte BELEBEN. Wenn das wegbricht, dann haben wir ein ganz trauriges Bild, dann sterben die Innenstädte."
"Wir reden bei der 7%-Mehrwertsteuer ja über Zusagen der Bundesregierung, auf die sich Betriebe VERLASSEN haben - und die seit Jahren auch im ländlichen Raum unter hohem wirtschaftlichen Druck stehen."

 

LANDBLOG: Brich mal eine gastronomische Lanze für den ländlichen Raum.

Hary: "Du hast hier mehr FREIRAUM, deinen Betrieb zu entwickeln. Mehr als in der Stadt? Absolut! Dort hast du oft Strukturen aufgrund von Quartieren oder Bezirken. Es gibt Viertel, in denen man hochpreisige Restaurants erwartet, in anderen einen gerade trendigen Stil."
"Landregionen geben diese Umfelder gar nicht her. Ich muss mich hier ganz individuell aufstellen, meine ganz EIGENE Idee von Gastronomie prägen, um Gäste dauerhaft zu überzeugen - das ist eine große Chance."

 

LANDBLOG: Deine GASTROTIPPS im eigenen Landkreis Helmstedt. Wo müssen wir dort dringend einkehren?

Hary: "Auf jeden Fall im neuen TETZELSTEIN oben im Elm. Richtig gut finde ich die KOCHSCHMIEDE in Rennau, wobei die, glaube ich, nur noch Kochkurse und Gruppenreservierungen anbietet, aber es lohnt sich. Und in Helmstedt hat das ANNO 1887 im Parkhotel eine sehr geniale Cocktailbar."

 

LANDBLOG: Welche Trends prägen 2024 auch Landregionen?

Hary: "Ich glaube, das Thema NACHHALTIGKEIT und REGIONALITÄT wird uns weiter begleiten. Dieses Bewusstsein: Wo kommt mein Essen her, was gibt's bei uns vor Ort? Die Leute kennen ja hier die Dörfer und Produzenten wirklich - anders als in Metropolen."
"Dann wird PLANTBASE weiter in den Fokus rücken. Und eben nicht nur bei Veganern, sondern weil bewusstes Essen VIELEN wichtig ist - wie nicht jeden Tag Fleisch. Das verändert die Restaurants, weil viele sehr fleischlastig kochen. Das hatte und hat seine Daseinsberechtigung, aber da sehe ich eine Trendwende."
"Und beim Thema Catering sind Gäste bereit für INDIVIDUALITÄT Geld auszugeben. In der Anrichtung, Kreativität, Darreichung. Dieser Erlebnischarakter kommt. Das muss gar nicht immer viel oder üppig oder pompös sein. Aber die Zeiten, wo du ein Blumengestecke und eine Kerze auf den Tisch gestellt hast, sind vorbei."

Teilt Ihr Harys Meinung, dass die Mehrwertsteuer in der Gastro wieder bei 7% sein sollte?

  • Ja, von der Zukunft der Gastronomie profitieren wir alle.

  • Nein, andere Branche haben genauso Bedarf an Unterstützung.


 


 

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